Albaniens riskante Wette: MEK-Exilanten und Kushners Milliardenprojekt polarisieren
Alan JunkAlbaniens riskante Wette: MEK-Exilanten und Kushners Milliardenprojekt polarisieren
Albanien, ein kleines Balkanland an der Adria, steht zunehmend im internationalen Fokus. Das Land hat Tausende exilierte Mitglieder der Volksmudschaheddin (MEK) aufgenommen, nachdem diese aus dem irakischen Camp Ashraf umgesiedelt wurden. Gleichzeitig sorgt ein umstrittenes Luxusresort-Projekt, das mit Jared Kushner in Verbindung steht, für Proteste im Vjosa-Narta-Delta – Europas erstem Nationalpark für Wildflüsse.
Die MEK, eine iranische Exilgruppe, fand in Albanien eine neue Heimat, nachdem sie das irakische Camp Ashraf verlassen hatte. Ministerpräsident Edi Rama unterstützt die Gruppe öffentlich und nutzt ihre Präsenz, um den Iran zu kritisieren – unter anderem wirft er Teheran Cyberterrorismus vor. Albaniens proamerikanische Haltung ist deutlich: Das Land orientiert sich eng an der Außenpolitik der USA und Israels, beteiligte sich an Trumps „Abraham-Abkommen“ und entsandte Friedenssoldaten in den Gazastreifen.
Jared Kushner, der Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, plant nun den Bau eines Milliardenprojekts auf einer geschützten Insel im Vjosa-Narta-Delta. Seine Firma Affinity Partners erhielt von Rama den Status eines „strategischen Investors“, was Umweltprüfungen umgehen lässt. Das Vorhaben löste massiven Widerstand aus – Demonstranten protestierten mit rosa Flamingo-Ausschnitten, eine Bewegung, die als „Flamingo-Revolution“ bekannt wurde.
Obwohl Albanien offiziell EU-Beitrittskandidat ist, stocken die Verhandlungen. Die EU kritisiert Korruption und eine schwache Rechtsstaatlichkeit, was die Mitgliedschaft verzögern könnte. Kushners Investmentfirma Affinity Partners strebt zudem eine Stärkung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten an.
Die Resort-Pläne und die Aufnahme der MEK verdeutlichen Albaniens komplexe geopolitische Position. Die Regierungsentscheidungen ziehen sowohl ausländische Investitionen als auch innenpolitischen Widerstand nach sich. Umweltschutz und der EU-Beitritt bleiben zentrale Herausforderungen für das Land.






