02 April 2026, 08:36

ARD testet 30-minütige Tagesschau – doch Kritiker zweifeln am Erfolg

Schwarze Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der Schlagzeile 'Weitpreubliche Zeitung' und einem Foto von Menschen in traditioneller deutscher Tracht in einer feierlichen Umgebung.

ARD testet 30-minütige Tagesschau – doch Kritiker zweifeln am Erfolg

Der öffentliche Rundfunksender ARD testet eine längere Version seines Flaggschiff-Nachrichtenformats Tagesschau. Im Rahmen des Versuchs wird die üblicherweise 15-minütige Sendung auf 30 Minuten verlängert – beginnend mit dem Montagabend-Termin um 20:15 Uhr. Ziel der Änderung ist es, globale Ereignisse enger mit dem Alltag der Zuschauerinnen und Zuschauer zu verknüpfen.

Doch nicht alle stehen hinter der Neuerung. Kritiker bemängeln, dass die Verlängerung das Primetime-Programm von ARD durcheinanderbringen könnte, ohne dass es klare Hinweise darauf gibt, dass das Publikum längere Nachrichtenformate wünscht.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

ARD-Programmdirektor Jörg Schönenborn bezeichnete die erweiterte Tagesschau als Möglichkeit, Nachrichten persönlich relevanter zu gestalten. Der Sender erhofft sich durch die längere Sendedauer mehr Vertrauen in die Medien zu schaffen und neue Zuschauer zu gewinnen. Die Einschaltquoten der klassischen 15-Minuten-Ausgabe bleiben stabil: Zuletzt verfolgten die Sendung 5,87 Millionen (27,5 Prozent Marktanteil), 4,28 Millionen (19,9 Prozent) und in einem Fall etwa 0,48 Millionen Zuschauer. Langfristige Daten, die auf eine Präferenz für längere Formate hindeuten, gibt es jedoch nicht.

Der Test hat unter Medienbeobachtern eine Debatte ausgelöst. Aurelie von Blazekovic von der Süddeutschen Zeitung fragte, ob der Versuch, alltagsrelevanter zu werden, die Kernstärken des Formats verwässern könnte. Anna Mayr schrieb in der Zeit, die Verbesserung der inhaltlichen Qualität solle Vorrang vor einer Verlängerung der Sendedauer haben. Michael Hanfeld, Medienredakteur der FAZ, lehnte die 30-Minuten-Version ab und behauptete, 15 Minuten reichten aus – zudem warnte er vor Programmkonflikten.

Eine endgültige Entscheidung, ob die längere Tagesschau dauerhaft eingeführt wird, steht noch aus. Der Versuch zeigt ARDs Bemühungen, das Nachrichtenangebot an eine sich wandelnde Medienlandschaft anzupassen. Sollte das erweiterte Format erfolgreich sein, könnte es die Art und Weise verändern, wie das Publikum die Tagesschau nutzt. Vorerst wird der Sender das Feedback auswerten, bevor über die künftige Länge der Sendung entschieden wird.

Quelle