18 March 2026, 14:17

Baden-Baden feiert John Neumeiers Ballett-Hommage an Nijinsky und Pawlowa

Plakat für eine 1909er Pariser Ballettvorstellung namens "Saison Russe" mit einer gemalten Tänzerin in einer anmutigen Pose.

Baden-Baden feiert John Neumeiers Ballett-Hommage an Nijinsky und Pawlowa

Baden-Baden beherbergt das Tanzfestival Die Welt des John Neumeier vom 2. bis 12. Oktober. Das Festival würdigt die legendäre Karriere des Choreografen und seine tiefe Verbindung zur Ballettgeschichte. Ein Höhepunkt des Programms ist Neumeiers Nijinsky – eine Hommage an den Tänzer, den er als den "größten Visionär der Ballettkunst" bezeichnet.

Vor über einem Jahrhundert verbrachte Wasslaw Nijinsky den August 1913 in Baden-Baden, wo er im Brenners Parkhotel logierte. Dort arbeitete er mit Sergei Djagilew an einem von Bach inspirierten Ballett, das ein modernes Gesamtkunstwerk im Stil barocker Pracht werden sollte. Im selben Sommer besuchte auch Anna Pawlowa – Nijinskys wichtigste Tanzpartnerin – die Stadt. Am 26. August führte sie in Baden-Baden ihren ikonischen Sterbenden Schwan auf, eine Rolle, die später Neumeiers Choreografien prägen sollte.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Neumeiers Ballett Nijinsky spiegelt Pawlowas Einfluss wider, insbesondere in den beklemmenden Schwanensee-Variationen, die Nijinskys Faszination für ihren ätherischen Stil aufgreifen. Das Festival präsentiert dieses Werk zusammen mit einer Ausstellung im Stadtmuseum Baden-Baden, die am 3. Oktober eröffnet wird. Besucher können Neumeiers private Sammlung erkunden, darunter Kostüme, Filme und Notizen zu Pawlowas Einfluss auf Nijinskys Ästhetik.

Den Abschluss des Festivals bildet Neumeiers Epilog in der Festspielhalle – ein Abschied vom Hamburg Ballett. Ein weiterer Höhepunkt folgt am 18. März 2026, wenn Nijinsky erneut auf die Bühne kommt und tiefer in die künstlerischen und spirituellen Verbindungen zwischen dem Tänzer und Pawlowa eintaucht. Die Ballets Russes, mit Nijinsky als zentraler Figur, revolutionierten zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Spitzentanz-Technik und setzten Maßstäbe, die bis heute nachwirken.

Pawlowas eigener Auftritt in Baden-Baden 1913 stand fast auf der Kippe, nachdem es zum Streit mit ihrem Tanzpartner gekommen war. Doch ihre Anwesenheit in jenem Sommer hinterließ ein bleibendes Erbe, das nun durch Neumeiers Werk und die Festivalausstellungen wiederauflebt.

Das Festival verbindet Nijinskys bahnbrechende Laufbahn, Pawlowas zeitlosen Einfluss und Neumeiers lebenslanges Engagement für das Ballett. Von historischen Aufführungen bis zu modernen Interpretationen wird Baden-Baden zur Bühne für Erinnerung und Innovation. Die Ausstellungen und Produktionen bleiben bis März 2026 zugänglich und bieten einen seltenen Einblick in die prägenden Epochen des Balletts.

Quelle