Bahnverkehr in der Krise: Warum Deutschlands Schienennetz vor dem Kollaps steht
Sofia ReisingBahnverkehr in der Krise: Warum Deutschlands Schienennetz vor dem Kollaps steht
Die deutsche Bundesregierung steht wegen ihrer Bahnverkehrsförderung in scharfer Kritik. Der Verkehrsclub VCD hat die flächendeckenden Streichungen von Schienenprojekten scharf verurteilt. Gleichzeitig bereitet sich das Bundeskabinett darauf vor, am 6. Juli den Haushalt 2027 und den Finanzplan zu verabschieden.
Die vorherige Koalition aus CDU/CSU und SPD hatte den Kernetat für Verkehr ab 2025 fast halbiert. Zudem wurden aus dem Sondervermögen Infrastruktur keine Mittel für neue Strecken oder Ausbaumaßnahmen bereitgestellt. Dadurch entstand eine erhebliche Finanzierungslücke für künftige Vorhaben.
Die aktuelle Ampelkoalition stellt nun mehr Geld für die Infrastrukturmodernisierung bereit als jede Regierung zuvor. Milliarden fließen über das schuldenfinanzierte Sondervermögen in bestehende Strecken. Doch VCD-Vorsitzende Christiane Rohleder hält dies für bei Weitem nicht ausreichend, um den Neubau von Schienenwegen voranzutreiben.
Das Verkehrsministerium hat eingeräumt, dass in den kommenden Jahren ein Milliardenloch bei der Streckenerweiterung klafft. Die Behörden arbeiten daran, die Projekte innerhalb des knappen Budgets finanzierbar zu halten. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Tarek Al-Wazir, bezeichnete die Lage als „Insolvenzerklärung“ für das deutsche Schienennetz.
Der Entwurf für den Haushalt 2027 und den Finanzplan soll Anfang Juli vom Kabinett finalisiert werden. Trotz der erhöhten Mittel für Sanierungen warnen Kritiker, dass der Ausbau des Schienennetzes weiterhin massiv unterfinanziert bleibt. Das Ministerium sucht weiterhin nach Lösungen, um die Finanzierungslücken zu schließen.






