Betrüger nutzen "Schockanrufe": Ältere um ihr Geld gebracht
Die Polizei warnt vor einer zunehmenden Betrugsmasche, bei der bundesweit gezielt ältere Menschen angerufen werden. Betrüger führen sogenannte "Schockanrufe" durch, geben sich als Ärzte aus und behaupten, ein Angehöriger leide an Krebs und benötige dringend Geld für die Behandlung. Erst kürzlich übergab ein Opfer in Weiterstadt-Gräfenhausen Bargeld, nachdem es auf die perfide Täuschung hereingefallen war.
Die Masche beginnt mit einem Anruf, bei dem sich der Täter als medizinisches Fachpersonal ausgibt. Den Angerufenen wird mitgeteilt, ein Familienmitglied sei schwer erkrankt, und es werde sofortige Zahlung für Behandlungen oder Medikamente gefordert. Manche Anrufer behaupten sogar, die Krankenkasse habe die Kostenübernahme abgelehnt, um den Druck auf die Opfer zu erhöhen und sie zu Sofortzahlungen zu drängen.
Laut Behörden zielen die Betrüger besonders auf ältere Menschen ab und nutzen deren Sorge um Angehörige schamlos aus. Erst am Mittwoch, dem 23. April, wurde ein Einwohner aus Weiterstadt-Gräfenhausen auf diese Weise um sein Geld gebracht – ein weiterer Fall, der die Gefährlichkeit der Methode unterstreicht.
Die Polizei beschreibt einen Tatverdächtigen als schlanken Mann mit einer Größe von etwa 1,60 bis 1,65 Metern, der eine Wollmütze, dunkle Sonnenbrille, einen Pullover und dunkelblaue Hosen trug. Zwar gibt es keine bundesweiten Statistiken zu diesen "Schockanrufen", doch handelt es sich um eine bekannte Betrugsvariante, die oft in Kombination mit falschen Polizeianrufen auftritt.
Die Behörden raten dringend, auf keine Forderungen einzugehen. Stattdessen solle man das Gespräch sofort beenden und die Situation überprüfen, indem man den angeblich betroffenen Angehörigen direkt anruft. Bei anhaltenden Zweifeln sei die Polizei die richtige Anlaufstelle.
Der Betrug setzt auf Angst und Zeitdruck, um Opfer zur Herausgabe von Geld oder Wertgegenständen zu bewegen. Die Polizei betont erneut: Niemand sollte aufgrund eines Telefonats Geld überweisen oder persönliche Daten an Unbekannte weitergeben. Wer Ziel einer solchen Betrugsmasche wird, sollte dies umgehend bei den Behörden melden.






