Brandenburgs Schulen kooperieren künftig mit Bundeswehr-Jugendoffizieren
Tomislav PaffrathBrandenburgs Schulen kooperieren künftig mit Bundeswehr-Jugendoffizieren
Brandenburgs Bildungsministerium und die Bundeswehr unterzeichnen Kooperationsvereinbarung zur Stärkung der Bildungszusammenarbeit
Das Brandenburger Bildungsministerium und die Bundeswehr haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um die langjährige Zusammenarbeit zwischen Schulen und der Bundeswehr auf eine verbindliche Grundlage zu stellen. Demnach können Jugendoffiziere unter bestimmten Bedingungen in den Unterricht eingeladen werden.
Die Vereinbarung sieht vor, dass Jugendoffiziere als externe Referentinnen und Referenten an Schulen tätig werden. Sie sollen über deutsche Außen- und Sicherheitspolitik, globales Krisenmanagement sowie nationale und europäische Sicherheitsinteressen informieren. Eine Einbindung bleibt jedoch freiwillig und muss sich am bestehenden Lehrplan orientieren.
Oberst Nikolas Scholtka, Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg, betonte die Bedeutung einer vielperspektivischen Auseinandersetzung mit sicherheitspolitischen Themen. Die Jugendoffiziere sollen zudem als Gesprächspartner fungieren und Diskussionen zu diesen Themen anregen.
Die Offiziere sind dabei an die Grundsätze des Beutelsbacher Konsenses gebunden, der unter anderem eine strikte Indoktrinationsverbot vorsieht und ausgewogene, neutrale Gespräche im Unterricht garantiert.
Scharf kritisiert wurde die Vereinbarung von der BSW-Fraktion, die darin „institutionalisierte Kriegspropaganda“ sieht. Falk Peschel, bildungspolitischer Sprecher der BSW, forderte die sofortige Aussetzung des Abkommens. Trotz der Kontroverse bleibt der Rahmen bestehen – die Entscheidung über Einladungen liegt weiterhin allein bei den Schulen.






