16 March 2026, 18:40

Bundesregierung streitet über Zukunft der Cannabis-Rezepte und Online-Verschreibungen

Ein blauer Hintergrund mit fetter weißer Schrift, die "Lawmakers Spent 33 Years Calling for Action to Allow Medicare to Negotiate Drug Prices" lautet, und ein Logo unten.

Bundesregierung streitet über Zukunft der Cannabis-Rezepte und Online-Verschreibungen

Bundesregierung debattiert über strengere Regeln für Cannabis-Rezepte – besonders bei Online-Diensten

Die deutsche Bundesregierung diskutiert schärfere Kontrollen für die Verschreibung von medizinischem Cannabis, mit besonderem Fokus auf Online-Angebote. Gesundheitsministerin Nina Warken (parteilos) hat vorgeschlagen, digitale Rezepte und den Versandhandel abzuschaffen – ein Vorhaben, das bei Abgeordneten und Medizinern auf Widerstand stößt. Die Debatte spaltet die Meinungen zu Patientenzugang, ärztlicher Freiheit und den Risiken schneller Online-Genehmigungen.

Im Mittelpunkt steht die Praxis der sogenannten "Klick-Rezepte", bei denen Patienten Cannabis auf Rezept in weniger als 30 Sekunden über Online-Formulare erhalten. Zwar sind sich die Koalitionspartner einig, dass diese Methode gestoppt werden muss, doch über weitergehende Einschränkungen gibt es Uneinigkeit. Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Serdar Yüksel, betont, dass digitale Rezepte an sich nicht verhandelbar seien – die Telemedizin habe sich längst etabliert. Zudem verteidigt er die Therapiefreiheit der Ärzte, da Schmerzen bei Patienten sehr unterschiedlich ausfallen könnten.

Medizinische Fachgesellschaften haben bereits begonnen, Ärzte zu disziplinieren, die Patienten gezielt zu Online-Fragebögen für Rezepte leiten. Der CDU-Politiker und Arzt Dr. Thomas Pauls fordert unterdessen klarere Abgrenzungen zwischen Freizeitkonsum, Online-Bestellungen und rechtlichem Schutz für Ärzte. Ein erster Gesetzentwurf der Regierung scheiterte im Parlament, sodass die Frage weiterhin ungelöst ist.

Als Alternative schlägt die Ärztin Dr. Christiane Neubaur Modellprojekte vor, in denen bestimmte Cannabisprodukte rezeptfrei in Apotheken verkauft werden könnten. Die Diskussionen fallen in eine Zeit, in der die Schweiz regulierte Cannabis-Abgabe testet. Daten zu Online-Verschreibungen in anderen europäischen Ländern sind jedoch rar. Nach EU-Recht gelten für Rezepte die Vorschriften des Zulassungslandes – deutsche Regelungen würden also nicht automatisch in anderen Staaten greifen.

Nach der Ablehnung des Entwurfes muss die Regierung nun nachbessern. Neue Maßnahmen müssen strengere Kontrollen mit den bestehenden telemedizinischen Praktiken in Einklang bringen. Bis dahin bleiben Patienten und Ärzte in Unsicherheit, wie Cannabis-Verschreibungen künftig gehandhabt werden.

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