29 June 2026, 18:57

CDU-Politiker Krings zerpflückt Prostituiertenschutz-Kommission als "realitätsfremd"

CDU-Vize Krings kritisiert Prostituiertenkommission

CDU-Politiker Krings zerpflückt Prostituiertenschutz-Kommission als "realitätsfremd"

Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat eine Kommission scharf kritisiert, die die Reform des deutschen Prostituiertenschutzgesetzes prüft. Die vom Bundesfamilienministerin Karin Prien eingesetzte Expertengruppe untersucht mögliche Änderungen in diesem Bereich. Krings äußerte seine Bedenken in einem Interview mit RTL und ntv am Montag.

Die CDU/CSU-Fraktion bezeichnete die Bildung der Kommission als „tief enttäuschend und rätselhaft“. Krings warf der Gruppe vor, sie sei bereits während der Regierungszeit von Union und SPD einseitig besetzt worden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Er stellte zudem die Glaubwürdigkeit der Kommission infrage und verwies auf die Vergangenheit ihrer Vorsitzenden, die bereits „fragwürdige Erkenntnisse“ verbreitet habe. Die Arbeit der Experten stützt sich auf einen Bericht eines kriminologischen Instituts, dessen Leiter zugleich die Kommission leitet. Laut Krings seien die dortigen Angaben – etwa dass 25 Prozent der Sexarbeiter:innen einen Hochschulabschluss hätten und 80 Prozent krankenversichert seien – „realitätsfremd“.

Krings geht davon aus, dass die Daten nur einen kleinen, privilegierten Ausschnitt der Branche widerspiegeln. Er verwies darauf, dass bundesweit lediglich 50 Sexarbeiter:innen sozialversicherungspflichtig beschäftigt seien. Zudem schätzt er, dass nicht mehr als zehn Prozent der Prostituierten offiziell gemeldet sind.

Die Kommission arbeitet weiterhin an den Reformvorschlägen für das Prostituiertenschutzgesetz. Ihre Ergebnisse und Empfehlungen werden voraussichtlich auf Kritik der Opposition stoßen. Krings’ Äußerungen unterstreichen die anhaltenden Debatten über die Aussagekraft und Reichweite der Forschung, die den Prozess begleitet.

Quelle