18 April 2026, 10:28

Dresdens verbotene Kunst: Wie eine Künstlergruppe die DDR herausforderte

Plakat für die Große Kunstausstellung an der Grand Exposition des Beaux-Arts in Dresden, Deutschland, 1904, mit fettem Text, der das Ereignis ankündigt.

Dresdens verbotene Kunst: Wie eine Künstlergruppe die DDR herausforderte

Dresden galt als ein zentraler Kunststandort in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. In den 1970er- und 1980er-Jahren formierte sich dort eine Gruppe von Künstlern, die an der renommierten Hochschule für Bildende Künste studiert hatten – einer Institution, die lange vom Sozialistischen Realismus geprägt war. Diese Schöpfer gerieten bald in Konflikt mit den Staatsbehörden, sowohl wegen ihres unkonventionellen Lebensstils als auch ihrer provokanten Ausstellungsformen.

Die Dresdner Hochschule für Bildende Künste blieb bis in die späten 1970er-Jahre eine Hochburg des Sozialistischen Realismus. Zu ihren Studenten zählten Eberhard Göschel, Hans Scheib, Reinhard Stangl, Volker Henze, Helge Leiberg, Christine Schlegel, Cornelia Schleime und Ralf Kerbach. Göschel, der 1969 sein Studium abschloss, gründete später die Obergrabenpresse, ein unabhängiges Verlagsprojekt in Dresden.

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Viele dieser Künstler ließen sich zunächst von der expressionistischen Tradition der Brücke-Bewegung inspirieren. Doch ihre Werke wichen bald von den staatlich genehmigten Stilen ab. Göschel und Leiberg organisierten gemeinsam thematische Gruppenausstellungen im Leonhardi-Museum in Dresden-Loschwitz und stellten damit die offiziellen Normen infrage.

Unterdessen fanden die zentralen Kunstausstellungen der DDR alle fünf Jahre im Albertinum auf der Brühlschen Terrasse statt – seit 1953. Diese staatlich gelenkten Veranstaltungen präsentierten ausschließlich konformistische Werke und ließen experimentellen Künstlern kaum Spielraum. Hans Scheib nahm die Sache selbst in die Hand und eröffnete in Berlin-Prenzlauer Berg private Ausstellungsräume – erstmals 1977 und erneut 1980.

Das Wirken dieser Künstler spiegelte die wachsenden Spannungen zwischen künstlerischer Freiheit und staatlicher Kontrolle in der DDR wider. Ihre unabhängigen Ausstellungen und Verlagsinitiativen boten Alternativen zu den offiziellen Kulturkanälen. In den 1980er-Jahren wurde ihr Widerstand zu einem prägenden Merkmal der ostdeutschen Kunstszene.

Quelle