Ein CDU-AfD-Foto erschüttert Berlins politische Tabus – ist die Brandmauer gefallen?
Sofia ReisingEin CDU-AfD-Foto erschüttert Berlins politische Tabus – ist die Brandmauer gefallen?
Ein aktuelles Foto des CDU-Politikers Guido Heuer und des AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund sorgt in Berlin für Aufsehen. Die Aufnahme, die Heuer mit der Hand auf Siegmunds Schulter während einer Podiumsdiskussion zeigt, ist zum Symbol für den bröckelnden politischen Abgrenzungskurs gegenüber der AfD geworden. Der Moment entstand, als sich beide Männer über ein defektes Mikrofon beugten, um es gemeinsam zu nutzen.
Das Bild löst Bestürzung aus, weil es die langjährige Praxis durchbricht, öffentlichen Kontakt mit AfD-Vertretern zu meiden. Diese inoffizielle Quarantäne, die den Einfluss der Partei eindämmen sollte, scheint nun zu bröckeln. ZDF-Moderator Markus Lanz hat die übertriebene Meidung von AfD-Politikern offen kritisiert und sie als unnatürlich und kontraproduktiv bezeichnet.
Versuche, die AfD durch Beobachtung und bürokratische Hürden an den Rand zu drängen, sind gescheitert. Bezeichnungen wie „braun“ oder „Nazipartei“ verlieren zunehmend an Wirkung. Gleichzeitig wächst die Beliebtheit der Partei weiter – eine aktuelle Umfrage sieht sie bei 29 Prozent, dem höchsten Wert in Deutschland.
Besonders stark ist der Aufschwung der AfD in Sachsen-Anhalt, wo sie bei der Landtagswahl am 6. September eine absolute Mehrheit erringen könnte. Die etablierten Parteien, darunter die CDU, finden bisher keine wirksamen Strategien, um dieser Dynamik entgegenzutreten.
Die politische Brandmauer gegen die AfD bröckelt. Die wachsende Unterstützung für die Partei und das Scheitern früherer Taktiken deuten darauf hin, dass ihre Isolation nicht mehr haltbar ist. Das Foto von Heuer und Siegmund markiert einen Wendepunkt darin, wie sich etablierte Politiker künftig mit der AfD auseinandersetzen könnten.






