25 April 2026, 02:29

EZB kauft riskante Unternehmensanleihen – und wird zum Mega-Hedgefonds

Ein Balkendiagramm auf einem weißen Hintergrund mit der Überschrift "Corporate Bond Issuance is Increasingly in the Lower End of Investment Grade", das die Ausgabenlevel mit Bars in verschiedenen Blautönen zeigt.

EZB kauft riskante Unternehmensanleihen – und wird zum Mega-Hedgefonds

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Rolle auf den Finanzmärkten ausgeweitet, indem sie Hunderte von Unternehmensanleihen erworben hat. Fast die Hälfte dieser Investitionen trägt ein B-Rating – ein Zeichen für ein höheres Risiko. Kritiker werfen der EZB vor, sich damit immer stärker wie ein Hedgefonds zu verhalten – mit der Folge, dass die Steuerzahler im Falle von Ausfällen die Zeche zahlen müssten.

Bisher hat die EZB 440 Unternehmensanleihen gekauft, viele davon von Firmen aus Italien, Portugal und Finnland. Einige dieser Papiere werden von bestimmten Ratingagenturen als "Ramsch" eingestuft. Doch die EZB kann sich bei ihren Käufen auf die höchste verfügbare Bewertung von vier großen Agenturen berufen, um die Anleihen als investmentgrade – also als Anlage mit ausreichender Bonität – zu klassifizieren.

Mit dieser Strategie kann die Bank gezielter in die Wirtschaft eingreifen und die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen erleichtern. Doch der Ansatz ist umstritten. Sollten die Unternehmen hinter diesen Anleihen in die Insolvenz rutschen, trägt die Last letztlich der europäische Steuerzahler.

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Da fast die Hälfte der von der EZB gehaltenen Anleihen ein B-Rating aufweist, ähnelt die Bank zunehmend dem größten Hedgefonds der Welt. Traditionell waren solche Fonds eher in Frankfurt oder Tokio ansässig als in London oder New York. Das Ausmaß der Käufe unterstreicht diesen Vergleich zusätzlich.

Das Anleihenkaufprogramm der EZB wächst weiter – mittlerweile stehen 440 Unternehmensanleihen in ihren Büchern. Steuerzahler müssen mit möglichen Verlusten rechnen, falls hochriskante Schuldner ausfallen. Die Maßnahmen der Bank spiegeln einen grundlegenden Wandel in ihrer finanziellen Rolle wider, der sich zunehmend an den Investmentstrategien des Privatsektors orientiert.

Quelle