Frankfurts Paradieshof bekommt nach 16 Jahren Leerstand eine zweite Chance
Alan JunkFrankfurts Paradieshof bekommt nach 16 Jahren Leerstand eine zweite Chance
Frankfurts lang leer stehender Paradieshof in der Paradiesgasse 23 könnte endlich neues Leben erhalten. Die Stadt hat ein neues Ausschreibungsverfahren gestartet, um das Gelände in einen lebendigen, gemeindeorientierten Ort zu verwandeln. Frühere Versuche, das Gebäude umzunutzen, scheiterten – doch diesmal setzen die Verantwortlichen auf eine nachhaltige und inklusive Lösung.
Der jüngste Vorstoß für den Paradieshof begann, nachdem der Stadtrat eine Investitionsförderung in Höhe von 4,5 Millionen Euro bewilligt hatte. Die Mittel sind an Auflagen geknüpft, darunter Mietpreisbremse, um Bezahlbarkeit zu garantieren. Ziel ist ein gemischt genutztes Quartier mit Wohnraum, Gewerbeflächen und Grünanlagen, das zugleich das umliegende Alt-Sachsenhausen aufwertet.
Das Ausschreibungsverfahren startet am 20. Mai nach einem öffentlichen Aufruf zur Teilnahme. Interessierte Gruppen können die Unterlagen auf der Website der Stadt sowie im Portal des Amtes für Bau und Immobilien einsehen. Bereits Anfang 2026 hatten lokale Initiativen wie die Stadtwerke Frankfurt und die Genossenschaft Möwe eG ihr Interesse signalisiert.
Bewerber müssen Pläne einreichen, die innovativen, nachhaltigen Städtebau in den Vordergrund stellen. Die Stadt wünscht sich ein Design, das sich nahtlos in das Viertel einfügt und die öffentlichen Räume rund um den Paradiesplatz aufwertet. Politische Vorschläge sehen zudem vor, das kulturelle Profil des Standorts zu stärken – eine weitere Facette für die künftige Nutzung.
Bisherige Versuche, den seit 2008 leer stehenden Paradieshof zu beleben, scheiterten: Ein Architekturwettbewerb für eine Veranstaltungsstätte und ein vom European School of Design geleitetes Konzeptverfahren brachten keinen Durchbruch. Diesmal hoffen die Verantwortlichen, dass der gemischte Ansatz dort Erfolg hat, wo andere scheiterten.
Das Verfahren geht nun mit Fokus auf Bezahlbarkeit, Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung voran. Gelingt das Projekt, könnte es den Paradieshof und seine Umgebung prägen. Die 4,5 Millionen Euro Fördergelder der Stadt und strenge Mietpreiskontrollen sollen sicherstellen, dass das Quartier für Anwohner erschwinglich bleibt.