02 April 2026, 10:31

Friedland bleibt erste Anlaufstelle für Spätaussiedler – doch ihre Zahl sinkt weiter

Eine Weltkarte, die die Visapolitik von Kasachstan zeigt, mit der ├ťberschrift "Visapolitik von Kasachstan" unten.

Friedland bleibt erste Anlaufstelle für Spätaussiedler – doch ihre Zahl sinkt weiter

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Im Jahr 2025 wurden im Lager Friedland 4.238 Spätaussiedler registriert, darunter 1.079 aus Kasachstan. Die Einrichtung dient zudem als zentraler Ausgangspunkt für die Integrationsprogramme derer, die als Spätaussiedler anerkannt wurden.

In den 1990er- und frühen 2000er-Jahren verließen jährlich Zehntausende Deutschstämmige Kasachstan in Richtung Deutschland. Der Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 und die anschließenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Kasachstan trieben viele zur Auswanderung. Auf dem Höhepunkt wurden in Deutschland jährlich über 38.000 Spätaussiedler aus Kasachstan registriert.

Mitte der 1990er-Jahre gingen die Zahlen jedoch deutlich zurück. Deutschland verschärfte 1996 die Einwanderungsbestimmungen, was es für Deutschstämmige schwieriger machte, Visa zu erhalten. Gleichzeitig stabilisierte sich die Wirtschaft Kasachstans, und die Regierung förderte Maßnahmen zur Integration von Minderheiten, während sie gleichzeitig die Auswanderung entmutigte. Mit steigendem Lebensstandard sahen immer weniger Deutschstämmige einen Grund, das Land zu verlassen.

Der Rückgang setzte sich in den folgenden Jahrzehnten fort. 2010 wurden nur noch 508 Spätaussiedler aus Kasachstan registriert, 2012 sank die Zahl weiter auf 422. 2024 gab es einen leichten Anstieg auf 2.546 Registrierungen, doch der langfristige Trend bleibt rückläufig.

2025 prüften die deutschen Behörden 6.209 Anträge auf Anerkennung als Spätaussiedler. Davon wurden 3.700 bewilligt, wobei Friedland für die Erstregistrierung und die ersten Integrationsschritte aller Neuankömmlinge zuständig war.

Die Zahl der aus Kasachstan kommenden Spätaussiedler ist von Zehntausenden pro Jahr auf nur noch wenige Tausend gesunken. Das Lager Friedland bleibt jedoch weiterhin die zentrale Stelle für die Aufnahme neuer Spätaussiedler und die Koordination ihrer Integration. Dieser Wandel spiegelt sowohl die geänderte Einwanderungspolitik Deutschlands als auch die verbesserten Lebensbedingungen in Kasachstan wider.

Quelle