23 June 2026, 20:21

Gericht stoppt Spiegel-Bericht über Christian Ulmen und Deepfake-Skandal

Ulmen triumphiert über 'Der Spiegel' vor Gericht

Gericht stoppt Spiegel-Bericht über Christian Ulmen und Deepfake-Skandal

Ein deutsches Gericht hat Der Spiegel untersagt, Teile seiner Recherche über den Schauspieler Christian Ulmen zu veröffentlichen. Das Urteil verbietet dem Magazin, Zitate aus einer 50 Jahre alten E-Mail zu verbreiten – mit Verweis auf den Schutz der Privatsphäre. Im Mittelpunkt des Falls stehen Vorwürfe, Ulmen habe mithilfe von KI generierte Deepfake-Pornografie mit seiner Ex-Frau, der Schauspielerin Collien Fernandes, in Verbindung gebracht.

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Das Hanseatische Oberlandesgericht erließ eine einstweilige Verfügung gegen Der Spiegel. Damit darf das Magazin zentrale Behauptungen im Zusammenhang mit dem Deepfake-Skandal nicht veröffentlichen, darf aber über Fernandes’ Vorwürfe körperlicher Misshandlung berichten. Das Gericht sah keine ausreichenden Beweise dafür, dass Ulmen gefälschte pornografische Videos mit ihrem Abbilderstellt oder verbreitet habe.

Ulmen hatte bereits im April vor dem Landgericht Hamburg rechtliche Schritte eingeleitet. Dieses entschied im Mai, dass die ursprüngliche Berichterstattung von Der Spiegel über die Deepfake-Vorwürfe rechtmäßig sei. Fernandes wirft Ulmen vor, in ihrem Namen gefälschte Social-Media-Profile angelegt, sie in Telefonaten imitiert und mit anderen Männern sexuelle Gespräche geführt zu haben.

Der Fall hat eine politische Debatte ausgelöst. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte Pläne an, das Strafrecht gegen nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes zu verschärfen. Auch SPD-Chefin Bärbel Bas und die ehemalige Grünen-Co-Vorsitzende Ricarda Lang fordern strengere Regeln gegen den Missbrauch von KI. Konservative Politiker wie Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) setzen sich für eine Pflicht zur Klarnamennutzung im Internet ein.

Die einstweilige Verfügung beschränkt Der Spiegel zwar bei der Veröffentlichung bestimmter Details, erlaubt aber weiterhin die Berichterstattung über die Misshandlungsvorwürfe. Politiker mehrerer Parteien streben nun gesetzliche Reformen an, um digitale sexualisierte Gewalt zu bekämpfen. Die Gerichtsentscheidung unterstreicht die Gratwanderung zwischen Pressefreiheit und Persönlichkeitsschutz.

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