Giffey besucht Berliner Apotheke und diskutiert drängende Reformprobleme der Branche
Tomislav PaffrathGiffey besucht Berliner Apotheke und diskutiert drängende Reformprobleme der Branche
Franziska Giffey, Berlins Senatorin für Wirtschaft, besuchte am Mittwoch eine Apotheke im Stadtteil Rudow. Der Besuch diente dazu, die Herausforderungen zu erörtern, vor denen Apothekerinnen und Apotheker im Vorfeld einer anstehenden Reform stehen. Giffey verbrachte eine Stunde in der Alten Kloster-Apotheke und sprach mit der Inhaberin Katja Laurisch-Nehrkorn über drängende Probleme der Branche.
Während des Gesprächs brachte Laurisch-Nehrkorn die längst überfällige Anpassung der Apothekengebühren zur Sprache. Sie betonte, dass höhere Löhne unerlässlich seien, um Fachkräfte zu halten, und warnte davor, dass niedrige Gehälter Mitarbeiter in die Flucht treiben könnten. Die Apothekerin kritisierte zudem Pläne, die Aufgaben von Pharmazeutisch-technischen Assistenten auszuweiten, da sie befürchtet, dass dadurch Drogerieketten in den verschreibungspflichtigen Medikamentenmarkt eindringen könnten.
Ein weiteres zentrales Thema war die geplante Ausbildungsabgabe, die nach Ansicht von Laurisch-Nehrkorn die finanziellen Belastungen weiter verschärfen würde. Angesichts bereits hoher Personalkosten könnte die zusätzliche Abgabe unabhängige Apotheken noch stärker unter Druck setzen, so die Inhaberin. Giffey hörte aufmerksam zu und räumte ein, dass die Branche vor großen Herausforderungen stehe – insbesondere durch enge Zahlungsfristen bei teuren Medikamenten.
Giffey bedankte sich bei Laurisch-Nehrkorn für die ausführliche Diskussion und lobte deren Engagement in der lokalen medizinischen Versorgung. Sie versprach, die Anliegen an Berlins Gesundheitssenator weiterzuleiten und sich für stärkere Verhandlungsrechte der Apotheker einzusetzen. Zudem kündigte die Senatorin an, sich intensiver in die Debatten um das Apothekenrecht einzubringen, um eine eigenständige Gebührenfestsetzung ohne staatliche Einmischung zu sichern.
Nach dem Treffen zeigte sich Laurisch-Nehrkorn zufrieden, dass ihre Sorgen Gehör fanden. Sie schätzte es, dass Giffey sich vor Ort ein Bild gemacht und die Probleme persönlich aufgegriffen habe.
Der Besuch unterstrich die finanziellen und betrieblichen Belastungen, unter denen Berlins Apotheken leiden. Giffeys Zusage, die Themen in die politische Diskussion einzubringen, könnte die anstehenden Reformen beeinflussen. Bis dahin kämpfen Apothekerinnen und Apotheker wie Laurisch-Nehrkorn weiter für fairere Vergütungen und bessere Arbeitsbedingungen.






