17 March 2026, 14:31

Hessen schafft Schonzeiten ab: Naturschützer warnen vor dramatischen Folgen für Wildtiere

Ein Buchumschlag mit Illustrationen von Wildtieren wie einem Reh und einem Kaninchen mit sichtbarem Text auf dem Papier.

Hessen schafft Schonzeiten ab: Naturschützer warnen vor dramatischen Folgen für Wildtiere

Die hessische Landesregierung hat Pläne bekannt gegeben, die Jagdzeiten auszuweiten und Schonzeiten für mehrere Tierarten abzuschaffen. Naturschutzverbände kritisieren die Änderungen als willkürlich und schädlich für den Tierschutz. Die neuen Regelungen scheinen die Interessen der Jäger über ökologische Belange zu stellen.

Die vorgeschlagenen Änderungen der Hessischen Jagdverordnung umfassen die Verlängerung der Jagdzeiten sowie die Streichung von Schutzfristen für Arten wie Füchse und Dachse. Naturschützer argumentieren, dass diese Maßnahmen wissenschaftlich nicht begründet seien. Die Organisation Wildtierschutz Deutschland bezeichnete die Abschaffung der Schonzeit für Füchse – bisher von März bis August gültig – als besonders zynisch.

Eine öffentliche Bewertung der Maßnahmen fand nicht statt. Stattdessen seien laut Berichten vor allem jagdnahe Organisationen in die Anhörungen einbezogen worden. Kritiker werfen der Regierung vor, mit den Erweiterungen den Wünschen eines Jägerverbandes nachzugeben, der von der politischen Koalition unterstützt werde.

Dachse etwa verursachten kaum Konflikte in der Landwirtschaft, und vereinzelte Streitfälle ließen sich auch ohne eine generelle Jagdzeit regeln. Der Wegfall des ganzjährigen Schutzes für bestimmte Arten werde als rücksichtslos angesehen und könnte gegen Tierschutzgesetze verstoßen. Experten warnen, dass die Jagd während der Brutzeiten sogar Straftatbestände im Zusammenhang mit dem Schutz von Elterntieren erfüllen könnte.

Die Regierung begründet die Änderungen mit "wildbiologischen Erfordernissen, wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen". Doch in den öffentlichen Unterlagen finden sich keine detaillierten Gegenargumente von Naturschutzseite. Umweltverbände betonen, dass die Neuregelungen sowohl dem Artenschutz als auch rechtlichen Standards widersprächen.

Die geplanten Ausweitungen der Jagd treten ohne umfassende ökologische Prüfung in Kraft. Die Streichung der Schonzeiten gefährdet Wildtiere in kritischen Fortpflanzungsphasen. Zudem bleiben rechtliche Bedenken wegen möglicher Verstöße gegen Tierschutzbestimmungen bestehen.

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