17 April 2026, 00:38

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest mit Namenswechsel

Schwarze und weiße Visitenkarte für Jackson & Damper Senfhersteller, gelegen an Nr. 2, Primrose Street, Bishopgate, London.

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest mit Namenswechsel

Der Komiker Joe Lycett hat seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen – als Protest gegen die aggressive Durchsetzung der Markenrechte durch das Modeunternehmen. Der Schritt folgt auf eine Reihe juristischer Drohungen, die das Unternehmen an kleine Betriebe und gemeinnützige Organisationen verschickt hatte, weil diese das Wort "BOSS" in ihren Namen verwendeten.

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Der Konflikt eskalierte, als der globale Modekonzern Hugo Boss, der 1924 gegründet wurde, mehreren kleinen Unternehmen Abmahnungen zukommen ließ. Die Brauerei Boss Brewing aus Swansea gab an, rund 12.000 Euro an Anwaltskosten aufbringen zu müssen, nachdem sie eine solche Abmahnung erhalten hatte. Auch die Wohltätigkeitsorganisation DarkGirlBoss sah sich mit rechtlichen Schritten konfrontiert, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen.

Der Modekonzern, der 2018 einen Umsatz von über 2,7 Milliarden Euro verzeichnete, hat eine umstrittene Vergangenheit: Während des Zweiten Weltkriegs produzierte das Unternehmen SS-Uniformen für die Nationalsozialisten – unter Einsatz von Zwangsarbeit. 2011 entschuldigte sich das Unternehmen für das "Leid und die Entbehrungen", die in einer unter nationalsozialistischer Herrschaft betriebenen Fabrik verursacht worden waren.

Als Reaktion kündigte Lycett in seiner Sendung Got Your Back an, unter dem Namen Hugo Boss ein neues Produkt auf den Markt zu bringen. Er betonte jedoch, dass dieser Hugo Boss – gemeint war er selbst – nichts mit der Produktion von Nazi-Uniformen zu tun habe.

Mit der Namensänderung stellt der Komiker die juristische Vorgehensweise des Konzerns direkt infrage. Sein Protest rückt die Auswirkungen der Markenrechtspolitik großer Unternehmen auf kleinere Organisationen in den Fokus. Lycetts Namenswechsel und die geplante Produktveröffentlichung setzen Hugo Boss unter Druck, seine Strategie zu überdenken. Die Vergangenheit und die aktuellen rechtlichen Schritte des Modegiganten bleiben weiterhin kritisch beleuchtet – während kleine Betriebe und gemeinnützige Initiativen nach wie vor mit den Konsequenzen seiner Markenpolitik kämpfen.

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