Mercedes fordert 40-Stunden-Woche – Gewerkschaften widersetzen sich dem Druck
Tomislav PaffrathMercedes fordert 40-Stunden-Woche – Gewerkschaften widersetzen sich dem Druck
Mercedes-Benz gerät unter Druck wegen der Arbeitskosten in Deutschland. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Konzerns, Martin Brudermüller, hat längere Arbeitszeiten gefordert, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Derzeit arbeiten die Beschäftigten auf Basis der bestehenden Tarifverträge 35 Stunden pro Woche.
Brudermüller argumentierte, eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche würde Mercedes helfen, sich an internationale Kostenniveaus anzupassen. Die aktuellen strukturellen und Arbeitskosten in Deutschland seien seiner Ansicht nach nicht wettbewerbsfähig. Dennoch gibt es bisher keine offiziellen Verhandlungen über eine Änderung der 35-Stunden-Regelung.
Ergun Lümali, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, lehnte den Vorschlag ab. Er betonte, dass längere Arbeitszeiten die Probleme der Unterauslastung in einigen deutschen Werken nicht lösen würden. Zudem lehnte Lümali jede Erhöhung der Arbeitszeit ohne zusätzliche Bezahlung kategorisch ab.
Die eigentlichen Lohnverhandlungen werden von der IG Metall und der Arbeitgebervereinigung geführt. Das bedeutet, dass Mercedes derzeit keine direkten Änderungen aushandeln kann. Dennoch prüft das Unternehmen andere Effizienzmaßnahmen und bleibt im Dialog mit den Arbeitnehmervertretern.
Im Mittelpunkt der Debatte steht die Balance zwischen Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsbedingungen. Mercedes sucht weiterhin nach Wegen, die Kosten zu senken, ohne die bestehenden Vereinbarungen zu verletzen. Unmittelbare Änderungen an der 35-Stunden-Woche sind jedoch nicht geplant.
