Nächtlicher Lärm durch Hochzeitskorsos: Wiesbadens Anwohner kämpfen um Ruhe
Tomislav PaffrathNächtlicher Lärm durch Hochzeitskorsos: Wiesbadens Anwohner kämpfen um Ruhe
Laute Autokorsos mit dröhnenden Hupen sind in der Wiesbadener Innenstadt zu einer häufigen Plage geworden – besonders nachts. Anwohner zeigen sich zunehmend verärgert und fragen, warum die Stadt die nächtliche Ruhezeit ab 22 Uhr nicht konsequenter durchsetzt.
Hauptverursacher der Lärmbeschwerden sind nicht Fußballfans, sondern Hochzeitsgesellschaften im Sommer. Die Feiern ziehen oft mit hupenden Autos durch die Straßen und stören nach Einbruch der Dunkelheit die Nachbarschaft.
Die gesetzliche Ruhezeit beginnt zwar um 22 Uhr, doch fahrende Fahrzeuge lassen sich schwerer kontrollieren als ortsfester Lärm. Das Bußgeld für unnötiges Hupen beträgt derzeit 5 Euro, bei offensichtlicher Belästigung steigt es auf 10 Euro. Allerdings können Beamte nur einschreiten, wenn sie die Ordnungswidrigkeit selbst beobachten.
Die Polizei greift erst ein, wenn die Sicherheit gefährdet ist – etwa bei Verkehrsbehinderungen oder Gefahrenlagen. Bei Großereignissen wie der Fußball-WM zeigt sie zwar Verständnis für friedliche Feiern, doch Verkehrsregeln müssen trotzdem eingehalten werden.
Anwohner können Lärmstörungen melden, am besten während sie stattfinden. Nach Mitternacht hat das Recht auf nächtliche Ruhe Vorrang vor Feierlaune.
Die Stadt steht vor der Herausforderung, Lärmvorschriften für fahrende Fahrzeuge durchzusetzen. Bußgelder gibt es zwar, doch sie setzen eine direkte Beobachtung durch die Polizei voraus. Die Bürger fordern weiterhin strengere Maßnahmen zum Schutz der Ruhezeiten.
