Pistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht trotz Personalmangels ab
Tomislav PaffrathPistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht trotz Personalmangels ab
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht für die deutsche Armee ausgeschlossen. Diese Entscheidung fällt trotz anhaltendem Personalmangel und steigender Verteidigungskosten. Die Regierung beobachtet die Entwicklungen weiterhin genau, während die Streitkräfte ausgebaut werden.
Der Minister bestätigte, dass das Freiwilligenprinzip auch in den kommenden Jahren die Grundlage für die Rekrutierung bleiben wird. Eine Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht wurde mit Verweis auf fehlende Ausbilder und unzureichende Infrastruktur abgelehnt. Auch eine bedarfsgerechte Auswahlmusterung steht derzeit nicht zur Debatte.
Die Koalition ist sich einig, dass bei einem künftigen Überhang an offenen Stellen im Vergleich zu qualifizierten Bewerbern korrigierende Maßnahmen erforderlich sein könnten. Um den breiteren Sicherheitsfragen zu begegnen, wurde ein Runden Tisch eingerichtet, an dem verschiedene Sektoren Ideen zum Aufbau widerstandsfähiger Lieferketten austauschen sollen.
Pistorius betonte, dass moderne Militärstärke auf fortschrittlicher Technologie und erschwinglichen Drohnen beruhe. Zudem schlug er vor, das Know-how der Automobilindustrie für den Verteidigungssektor zu nutzen. Unterdessen sind die Kosten für das Fregatten-Projekt F126 stark gestiegen und liegen nun bei über 18 Milliarden Euro – ein Anstieg um 8 Milliarden im Vergleich zu früheren Schätzungen.
Die Bundesregierung hält vorerst am freiwilligen Rekrutierungssystem fest. Die Bemühungen, Lieferketten abzusichern und die Kostenentwicklung in den Griff zu bekommen, bleiben vorrangig. Kurzfristige Änderungen in der Wehrpflichtpolitik sind nicht zu erwarten.
