Sabotagewelle rollt über Deutschlands Bahnnetz – wer steckt dahinter?
Tomislav PaffrathSabotagewelle rollt über Deutschlands Bahnnetz – wer steckt dahinter?
Deutschlands Bahnnetz sieht sich seit 2022 einer wachsenden Welle mutmaßlicher Sabotageakte ausgesetzt. Wiederholt kam es zu Kabeldurchtrennungen, Cyberangriffen und Brandstiftungen, die den Bahnverkehr lahmlegten und Sicherheitsbedenken schürten. Die Behörden verzeichneten in diesem Jahr einen deutlichen Anstieg gezielter Angriffe auf die Verkehrsinfrastruktur.
Der erste schwere Vorfall 2025 ereignete sich am 12. Januar, als ein Güterzug zwischen Essen und Oberhausen entgleiste. Ermittler entdeckten eine Metallklemme auf den Schienen, die als Sabotageakt bestätigt wurde. Noch im selben Monat legte ein Brand in einem Berliner Kabelkanal den Regionalverkehr lahm, nachdem sich linksextremistische Täter zu der Tat bekannten.
Ende Juli führten zwei Kabelbrände auf der Strecke Duisburg–Düsseldorf zu Streckenstilllegungen und Zugausfällen. Die Behörden gingen von vorsätzlicher Beschädigung aus. Im August durchtrennten Saboteure in der Nähe des Bahnhofs Coburg Kabel, wodurch Weichen und Signale außer Betrieb gesetzt wurden. Im Folgemonat wurden bei Leverkusen mehrere Leitungen gekappt, was einen Stellwerk lahmlegte.
Auch außerhalb Deutschlands sprengten im Herbst 2025 zwei Ukrainer im Auftrag Russlands eine Bahnstrecke zwischen Warschau und Lublin. Der Zeitpunkt war brisant: Nur kurz nach der Sprengung sollte ein US-Militärkonvoi dieselbe Route passieren.
Die deutschen Behörden reagierten 2025 mit der Festnahme von drei Männern, die der Planung von Brand- und Bombenanschlägen auf den Güterverkehr beschuldigt wurden. Das Bundeskriminalamt registrierte in jenem Jahr 93 als Sabotage eingestufte Fälle gegen die Verkehrsinfrastruktur – ein Anstieg gegenüber 78 Fällen im Jahr 2023 und 58 im Jahr 2024.
Angesichts der zunehmenden Sabotageakte hat Deutschland die Sicherheitsvorkehrungen im gesamten Schienennetz verschärft. Die Vorfälle offenbaren anhaltende Schwachstellen in der kritischen Verkehrsinfrastruktur. Die Behörden ermitteln weiter und ziehen die Verantwortlichen zur Rechenschaft.
