Sachsen-Anhalt setzt auf Zuwanderung gegen Fachkräftemangel und demografischen Wandel
Tomislav PaffrathSachsen-Anhalt setzt auf Zuwanderung gegen Fachkräftemangel und demografischen Wandel
Zuwanderung spielt eine immer wichtigere Rolle auf dem Arbeitsmarkt Sachsen-Anhalts. Markus Behrens, Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt–Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, betont ihre Bedeutung angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels. In der Region ist die Zahl der ausländischen Arbeitskräfte in den letzten zehn Jahren stark gestiegen.
Zwischen 2020 und 2025 stieg die Anzahl der Unternehmen in Sachsen-Anhalt, die ausländische Beschäftigte einstellen, um 3.492 – ein Plus von 43 Prozent. Bis Juni 2025 kamen fast 9 Prozent aller Beschäftigten in der Region aus dem Ausland. Die Zahl der ausländischen Sozialversicherungspflichtigen erhöhte sich innerhalb eines Jahres um 5.560 auf 68.420.
Große Unternehmen setzen stärker auf internationale Fachkräfte als kleinere Betriebe: Über 99 Prozent der Unternehmen mit 500 oder mehr Mitarbeitenden beschäftigen mittlerweile ausländische Arbeitskräfte. Dagegen tun dies nur 11 Prozent der Kleinstbetriebe mit 1 bis 4 Beschäftigten und 26 Prozent der mittelgroßen Unternehmen (5 bis 19 Mitarbeitende). Insgesamt stellt jedes vierte Unternehmen in Sachsen-Anhalt ausländische Arbeitskräfte ein.
Trotz dieses Wachstums verzichten noch fast drei Viertel der Betriebe auf internationale Einstellungen. Viele nennen mangelnde Erfahrung oder Unsicherheit über rechtliche Anforderungen als Hürden. Dennoch ist der Trend deutlich: In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der ausländischen Arbeitskräfte in Sachsen-Anhalt um 308 Prozent erhöht. Die Region ist damit auf einem guten Weg, ihren langfristigen Arbeitskräftebedarf durch gezielte internationale Rekrutierung zu decken.
Die Daten zeigen einen kontinuierlichen Anstieg ausländischer Beschäftigter in Sachsen-Anhalt. Unternehmen passen sich dem demografischen und wirtschaftlichen Druck an, indem sie vermehrt im Ausland rekrutieren. Dieser Trend wird sich voraussichtlich fortsetzen, da Betriebe ihre langfristigen Personalbedarfe sichern müssen.






