Tegut verschwindet: Wer übernimmt die 300 Supermärkte bis Jahresende?
Tomislav PaffrathAldi Nord ebenfalls interessiert an einigen Tegut-Filialen - Tegut verschwindet: Wer übernimmt die 300 Supermärkte bis Jahresende?
Die Zukunft der Tegut-Supermärkte liegt nun in den Händen der Konkurrenz. Da die Kette bis Ende des Jahres vom Markt verschwinden wird, bereiten sich große deutsche Lebensmittelhändler darauf vor, deren Filialen zu übernehmen. Wettbewerbsrechtler warnen jedoch, dass die Kartellbehörden wegen Befürchtungen einer marktbeherrschenden Stellung eingreifen könnten.
Tegut, einst ein bekannter Name im deutschen Lebensmitteleinzelhandel, stellt seinen Betrieb vollständig ein. Alle rund 300 Filialen – die meisten davon in Hessen, weitere verstreut in Bayern, Thüringen, Baden-Württemberg sowie in Städten wie Göttingen und Mainz – werden geschlossen. Die Marke wird bis Dezember verschwinden, da sich der Eigentümer Migros aus dem deutschen Markt zurückzieht.
Migros hat bereits vereinbart, etwa 200 Standorte an Edeka zu verkaufen – den größten Teil des Filialnetzes. Rewe verhandelt über die Übernahme des zweitgrößten Pakets, während Aldi Nord Interesse an einer kleineren Anzahl von Filialen zeigt. Allerdings steht die Edeka-Übernahme noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch das Bundeskartellamt.
Der Wettbewerbsrechtsexperte Rupprecht Podszun erwartet eine genaue Prüfung durch die Aufsichtsbehörden. Er weist darauf hin, dass der deutsche Lebensmittelhandel bereits von vier großen Akteuren dominiert wird: Edeka, Rewe, Aldi und der Schwarz-Gruppe. Angesichts der zunehmenden Marktkonzentration könnten die Behörden die geplanten Übernahmen ganz oder teilweise blockieren, um eine weitere Verstärkung der Marktmacht dieser Ketten zu verhindern.
Der Verkauf der Tegut-Filialen wird Teile der deutschen Supermarktlandschaft neu ordnen. Falls genehmigt, würde Edeka den Großteil der Standorte übernehmen, während Rewe und Aldi Nord ihre Präsenz ausbauen. Die endgültige Entscheidung liegt beim Bundeskartellamt, das die Wettbewerbsbedenken gegen die vollständige Auflösung der Kette abwägen muss.