Traditionsbrauerei Wolters beantragt Schutzschirmverfahren nach jahrelangen Verlusten
Sofia ReisingTraditionsbrauerei Wolters beantragt Schutzschirmverfahren nach jahrelangen Verlusten
Die Hofbrauhaus Wolters GmbH hat beim Amtsgericht Braunschweig ein Schutzschirmverfahren zur Eigenverwaltung beantragt. Der Schritt folgt auf jahrelange rückläufige Umsätze und steigende Kosten in der deutschen Braubranche. Das Unternehmen bleibt während des Verfahrens vollumfänglich operativ tätig.
Die traditionsreiche Brauerei gab die Entscheidung am Freitag bekannt. Schwache Bierabsätze im Jahr 2025, die erneut um sechs Prozent einbrachen, sowie stark gestiegene Produktions- und Energiekosten seit der Pandemie zwangen das Unternehmen zur Neuausrichtung. Wolters ist eine hundertprozentige Tochter der Volksbank BRAWO eG, die ebenfalls einen eigenen Transformationsprozess durchläuft.
Im Rahmen der Eigenverwaltung plant die Brauerei, ihre Geschäftsabläufe umzustrukturieren und das Geschäftsmodell neu auszurichten. Ziel ist es, sich wieder stärker auf den Regionalmarkt zu konzentrieren und vom klassischen Braubetrieb zu einem innovativen Getränkehersteller zu entwickeln. Der Rechtsberater Kimon Kantis betonte, dieser Ansatz ermögliche es Wolters, branchenspezifische Strukturprobleme nachhaltig anzugehen.
Die Kanzlei Eckert Rechtsanwälte und die Eckert Assurance GmbH begleiten die Geschäftsführung während des Insolvenzverfahrens. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter bleiben während des gesamten Prozesses gesichert. Der Braubetrieb läuft ohne Unterbrechung weiter.
Die Restrukturierung soll das Unternehmen stabilisieren und an die veränderten Marktbedingungen anpassen. Der Erfolg hängt davon ab, ob die Neuausrichtung und die Kostensenkungsmaßnahmen greifen.






