Warum die geplante Börsen-Superunion von Deutsche Bank und Euronext gescheitert ist
Warum die geplante Börsen-Superunion von Deutsche Bank und Euronext gescheitert ist
Pläne für eine europäische "Börsen-Superunion" sind in den letzten fünf Jahren verstummt – ohne dass es zu Fusionen gekommen wäre. Statt sich zusammenzuschließen, haben die Deutsche Bank und Euronext jeweils eigenständig an Stärke gewonnen. Beide Unternehmen expandierten durch Übernahmen und organisches Wachstum und ließen die Idee einer vereinten Börse vorerst hinter sich.
Zwischen 2021 und 2026 kamen die Gespräche über eine mögliche Fusion von Deutsche Bank und Euronext kaum voran. Frühere Versuche, eine Zusammenlegung der beiden Konzerne zu prüfen, scheiterten bereits in der Anfangsphase. Regulatorische Hürden, darunter strenge EU-Kartellprüfungen, blockierten wiederholt jeden ernsthaften Schritt in Richtung einer Superunion.
In dieser Zeit verfolgten die beiden Börsenbetreiber unterschiedliche Strategien, um ihre Positionen zu festigen. Die Deutsche Bank baute ihren Devisenhandelszweig 360T aus, während Euronext die Borsa Italiana sowie mehrere nordische Börsen übernahm. Diese Transaktionen stärkten ihre Marktpräsenz und verschärften den Wettbewerb zwischen ihnen.
Euronext-Chef Stéphane Boujnah hat klargestellt, dass eine Fusion mit der Deutschen Bank derzeit nicht zur Debatte stehe. Er betonte zudem, noch kein Gespräch mit Bundeskanzler Friedrich Merz geführt zu haben, der sich öffentlich für eine einheitliche europäische Börse ausgesprochen hat. Boujnah argumentierte, die wirtschaftliche Zukunft Europas solle vielmehr durch unternehmerische Kooperationen bei konkreten Projekten geprägt werden – und nicht durch das Warten auf politische Vorgaben.
Beide Unternehmen haben stets ihre Präferenz für Unabhängigkeit betont. Ihr Fokus auf eigenständiges Wachstum hat bisher jede Wiederbelebung von Fusionsgesprächen in den Hintergrund gedrängt.
Der Impuls für eine einheitliche europäische Börse hat an Schwung verloren. Während die Deutsche Bank und Euronext jeweils erfolgreich ihren eigenen Weg gehen, halten regulatorische Herausforderungen und unterschiedliche Strategien sie voneinander fern. Ihre jüngsten Expansionen haben ihre eigenständigen Positionen weiter gestärkt. Fürs Erste bleibt die Idee einer Superunion in der Schublade – ohne konkrete Pläne, sie wieder aufzugreifen.
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