Warum wir heute zu allem eine Meinung haben – selbst zu Katzenwahlrecht
Sofia ReisingWarum wir heute zu allem eine Meinung haben – selbst zu Katzenwahlrecht
Meinungen prägen inzwischen den Alltag – von Talkshows bis hin zu Online-Foren. Immer mehr Menschen fühlen sich gedrängt, zu allem und jedem Stellung zu beziehen, sodass Schweigen fast schon ungewöhnlich wirkt. Und die Welt zeigt keine Anzeichen dafür, dass ihr bald die scharfen Urteile zu irgend einem Thema ausgehen könnten.
Allein in der vergangenen Woche stieß der Autor auf erbitterte Diskussionen über den Nahostkonflikt, Windräder und sogar Wahlrechte für Katzen. Selbst Nischenthemen wie Ananas auf Pizza, vegane Torwarthandschuhe oder achtsames Atmen lösten leidenschaftliche Reaktionen aus. Bei Letzterem bleibt der Autor zwar skeptisch, doch die schiere Flut an Meinungen ist schlicht überwältigend.
Als humorvolle Lösung schlägt er vor, jede Person auf drei Meinungen pro Tag zu beschränken. Jede weitere müsste von einem Rebgimpel genehmigt werden. Die Idee geht so weit, dass sich sogar die Natur ein Urteil bildet: Schlafzimmer-Kakteen, Mücken und Sonnenblumen bewerten das menschliche Verhalten – und selbst das Mittelmeer sortiert Urlauber danach, wie sie sich benehmen.
Manche behaupten, die Menschen suchten die Natur auf, weil sie einer der letzten Orte ohne Bewertung sei. Doch der Autor malt sich scherzhaft eine Welt aus, in der selbst Pflanzen und Insekten klare Ansichten zu menschlichen Gewohnheiten haben.
Der Strom der Meinungen reißt nicht ab. Ob banal oder ernst – jeder scheint begierig, seinen Standpunkt kundzutun. Mit seinem augenzwinkernden Vorschlag zeigt der Autor, wie tief dieser Trend bereits in unser modernen Leben verwurzelt ist.
