Wiesbadener Karnevalswagen verliert Tradition wegen Markenstreits
Sofia ReisingWiesbadener Karnevalswagen verliert Tradition wegen Markenstreits
Wiesbadener Karnevalstradition gerät in rechtliche Schwierigkeiten
Eine langjährige Fastnachtsradition in Wiesbaden ist in eine juristische Zwickmühle geraten. Der letzte Wagen im Wiesbadener Fastnachtssonntagszug, der seit zwei Jahrzehnten als Zugen(d)te bekannt ist, muss nun seinen Namen ändern – nach einer Beschwerde des Mainzer Carneval-Vereins. Der Streit dreht sich um Markenrechte und zwingt die Veranstalter, die beliebte Figur umzubenennen.
Seit etwa 20 Jahren markiert der Zugen(d)te-Wagen das Ende des Wiesbadener Fastnachtsumzugs. Name und Konzept orientierten sich an Mainzs eigener Zugente – einer Entenfigur, die dort den Rosenmontagszug abschließt. Doch der Mainzer Carneval-Verein (MCV) hält die Markenrechte an Zugen(d)te und beschränkt die Nutzung ausschließlich auf Mainz.
Nach rechtlichem Druck räumten die Wiesbadener Wagenbauer ein, dass ihre Figur längst keine Ähnlichkeit mehr mit einer Ente habe. Guntram Eisenmann, künstlerischer Leiter der organisierenden Gruppe Dacho, bestätigte, dass die Beschriftung vom Wagen entfernt werde. Die Lösung fand sich in einer scherzhaften Umbenennung: Die Figur heißt nun Gans am End – die Gans am Ende.
Das Tier selbst bleibt Teil des Umzugs, doch optische und textliche Anspielungen auf Zugen(d)te wurden geändert. Die Umbenennung vermeidet einen kostspieligen Rechtsstreit und bewahrt die Tradition in neuer Form.
Die Neuerung schlichtet den Markenkonflikt, ohne den Wagen komplett abschaffen zu müssen. Im Wiesbadener Zug wird weiterhin eine tierische Schlussfigur zu sehen sein – nur unter anderem Namen. Der Fall zeigt, wie rechtliche Schutzbestimmungen selbst langjährige lokale Bräuche verändern können.






