21 March 2026, 04:31

Hessens Wälder im Wandel: Mehr Laubholz gefällt – doch warum?

Ein altes Papier aus Januar 1904 mit dem Titel "Forstwirtschaft und Bewässerung", das eine detaillierte Illustration von grünen Bäumen in verschiedenen Schattierungen zeigt.

Mehr Holz geerntet im Jahr 2025 in deutschen Staatswäldern - Hessens Wälder im Wandel: Mehr Laubholz gefällt – doch warum?

Holzeinschlag in Hessens Staatsforsten steigt 2025 – mit deutlicher Verschiebung bei den Baumarten

Im Jahr 2025 nahm der Holzeinschlag in den hessischen Staatsforsten zu, wobei sich die Art der gefällten Bäume spürbar veränderte: Die Fällung von Laubholz stieg um 28 Prozent, während der Einschlag von Nadelholz um 6 Prozent zurückging. Die Entwicklung folgt der Aufhebung eines zeitweiligen Fällverbots für bestimmte Buchenbestände, da die Wälder weiterhin unter den Folgen früherer Dürren und Hitzewellen leiden.

2025 wurden in Hessens Staatsforsten rund 1,49 Millionen Kubikmeter Holz eingeschlagen – ein Plus von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Treiber des Anstiegs war vor allem Laubholz, insbesondere die Buche, deren Einschlag auf 570.000 Kubikmeter kletterte (plus 28 Prozent). Der Nadelholzeinschlag ging hingegen um etwa 6 Prozent auf 921.000 Kubikmeter zurück.

Der erhöhte Laubholzeinschlag ist auf die Aufhebung des temporären Fällverbots für ausgewählte Buchenbestände im Jahr 2024 zurückzuführen. Dadurch wurden geplante Durchforstungen, Pflegeeingriffe und die Entnahme von durch jahrelange Trockenheit geschwächten Bäumen möglich. Viele Buchen, die unter früheren Hitzewellen litten, zeigen Schäden oft erst mit Verzögerung – Forstleute müssen sie aus Sicherheitsgründen fällen und um die verbleibenden Bestände zu schützen.

Der Holzeinschlag dient auch der Waldumbau-Strategie: Durch die Entnahme geschädigter Bäume und die Auflockerung überdichter Flächen will Hessen widerstandsfähigere Mischwälder schaffen. Diese vielfältigen Bestände kommen mit dem Klimawandel besser zurecht als Monokulturen.

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Zwischen Oktober 2025 und Februar 2026 stieg der Holzeinschlag erneut um 6 Prozent auf 725.000 Kubikmeter. Seit 2020 haben sich die buchenreichen Flächen um 5 bis 7 Prozent verringert. Aktuelle Daten der Hessischen Waldinventur zeigen, dass diese Bestände von 120.000 Hektar auf etwa 112.000 Hektar bis Anfang 2026 geschrumpft sind – zusätzlich beschleunigt durch Sturmschäden.

Die Verschiebung beim Holzeinschlag spiegelt sowohl Maßnahmen zur Erholung der Wälder als auch die langfristigen Folgen extremer Wetterereignisse wider. Angesichts schrumpfender Buchenbestände setzt Hessen auf Mischwälder, um die langfristige Stabilität zu sichern. Die aktuellen Zahlen unterstreichen, wie frühere Klimabelastungen die Wälder der Region weiterhin prägen.

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