20 March 2026, 22:31

Pflegeazubis übernehmen in Offenbach für zwei Wochen die volle Verantwortung

Eine Erste-Hilfe-Ausbildungsanlage mit zwei Personen auf Betten, einer Person stehend mit einem Gegenstand in der Hand, einer weiteren Person sitzend auf einem Stuhl, einer Puppe auf einer Trage, einer Tasche auf der Trage und einer Matte auf dem Boden.

Pflegeazubis übernehmen in Offenbach für zwei Wochen die volle Verantwortung

27 Pflegeauszubildende des Caritas-Zentrums in Offenbach haben kürzlich für zwei Wochen die vollständige Verantwortung für eine Wohneinheit übernommen. Das ehrgeizige Projekt mit dem Namen "Schulstation" ermöglichte es ihnen, alle Pflegeleistungen eigenständig zu organisieren. Die Verantwortlichen bezeichneten es als einen wichtigen Schritt, um die Auszubildenden auf reale Berufsanforderungen vorzubereiten.

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An der Initiative nahmen Teilnehmende aus dem dreijährigen generalistischen Pflegeausbildungsprogramm sowie aus dem einjährigen Kurs für Pflegeassistenz teil. Ihr Ziel war es, praktische Erfahrungen in der Koordination von Pflegeprozessen über verschiedene Bereiche hinweg zu sammeln. Jeder Tag begann mit fachübergreifenden Morgenbesprechungen, um eine reibungslose Kommunikation und Planung zu gewährleisten.

Die Auszubildenden arbeiteten in "Tandems", wobei fortgeschrittene Lernende mit Anfängerinnen und Anfängern zusammengefasst wurden, um gegenseitige Unterstützung und Wissensaustausch zu fördern. Zudem wählten sie zwei Schichtleitungen, die den Betrieb überwachten – eine Struktur, die professionellen Pflegeteams nachempfunden ist. Einrichtungsleiterin Stephanie Kaprol betonte, dass dieser Ansatz das Selbstvertrauen und die praktischen Fähigkeiten der Teilnehmenden deutlich gestärkt habe.

Am Ende der zwei Wochen beschrieben die Beteiligten die Erfahrung als anspruchsvoll, aber äußerst bereichernd. Viele fühlten sich nun besser auf ihren künftigen Berufsalltag in der Pflege vorbereitet. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Frühstück, an dem Auszubildende, Lehrkräfte und Führungskräfte teilnahmen – darunter auch Geschäftsführerin Katja Roßwog, die das Engagement aller Beteiligten und den Gesamterfolg des Projekts lobte.

Seit 2020 haben sich ähnliche "Schulstation"-Projekte in ganz Deutschland verbreitet. Mindestens 15 Pflegeeinrichtungen haben das Modell übernommen, darunter sieben in Nordrhein-Westfalen seit 2022. Bayern plant vier weitere Umsetzungen zwischen 2023 und 2025. Sowohl das Bundesgesundheitsministerium als auch Pflegeverbände wie das Deutsche Pflegeboard berichten von der wachsenden Beliebtheit solcher praxisnahen Ausbildungsformate.

Das Offenbacher Projekt hat einmal mehr den Wert von traineegeführten, praxisorientierten Initiativen in der Pflegeausbildung unterstrichen. Die Teilnehmenden verließen das Projekt mit gestärkten Fähigkeiten und einem besseren Verständnis für die Koordination von Pflegeabläufen. Gleichzeitig gewinnt das Modell bundesweit an Fahrt und bietet immer mehr Auszubildenden die Möglichkeit, sich unter realen Bedingungen weiterzuentwickeln.

Quelle