Anke Engelkes teure Bahn-Serie scheitert – und die Kritik rollt weiter

Alan Junk
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Eine Werbung mit einem Zug, Gebäuden im Hintergrund und dem Text "Dresdner Transport & Lagerhaus-Akt-Ges."Alan Junk

Anke Engelkes teure Bahn-Serie scheitert – und die Kritik rollt weiter

Die Komikerin und Schauspielerin Anke Engelke verbrachte über sechs Monate damit, gemeinsam mit der Deutschen Bahn eine Webserie über die Erlebnisse von Mitarbeitenden zu entwickeln. Das im Oktober 2025 gestartete Projekt sollte den Arbeitsalltag der Bahnbeschäftigten zeigen, stieß jedoch auf massive Kritik – vor allem wegen der hohen Kosten und des ungünstigen Zeitpunkts.

Während ihrer Zeit bei der Deutschen Bahn übernahm Engelke verschiedene Aufgaben, darunter Logistik und Zugbegleitung. Zudem erhielt sie Coachings, um schwierige Situationen zu meistern, und gewann so direkte Einblicke in die Herausforderungen des Personals. Privat bleibt sie eine häufige Zugreisende und trägt konsequent eine Maske – aus Sicherheitsgründen.

Aus ihrem Praktikum entstand die zehnteilige Serie 'Boah, Bahn!'. Doch die Kampagne geriet schnell in die Schusslinie, insbesondere wegen des Preisschilds von sieben Millionen Euro. Als Ende 2025 oder Anfang 2026 ein Zugbegleiter bei einem Vorfall ums Leben kam, rückte die anhaltende Sicherheitsproblematik noch stärker in den Fokus. Der Gewerkschaftsvorsitzende Martin Burkert und der SPD-Politiker Sebastian Fiedler forderten stattdessen Investitionen in bessere Pausenräume, Bodycams oder 100 zusätzliche Sicherheitskräfte.

2026 beendete die Deutsche Bahn die Kampagne und räumte ein, dass sie nicht mehr der öffentlichen Stimmung entspreche. Engelke, die bei ihren Reisen oft Freundlichkeit erfährt – möglicherweise wegen ihrer Bekanntheit –, hatte gehofft, die Serie würde das Image der Bahnmitarbeitenden aufpolieren. Doch das Projekt brachte weder greifbare Vorteile für die Belegschaft noch eine Imageverbesserung für das Unternehmen.

Die Serie 'Boah, Bahn!' wurde nach massiver Kritik an den Kosten und der fehlenden Wirkung eingestellt. Die Forderungen nach mehr Investitionen in die Sicherheit und die Arbeitsbedingungen des Personals wurden nach dem Abbruch der Kampagne noch lauter. Engelkes Engagement, obwohl gut gemeint, verblasste angesichts der grundsätzlichen Debatte über die Prioritäten der Deutschen Bahn.

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