Deutschlands Ärzteschaft wird internationaler – doch die heimische Belegschaft altert rasant
Etwa jeder achte Arzt in Deutschland hat keine deutsche Staatsbürgerschaft - Deutschlands Ärzteschaft wird internationaler – doch die heimische Belegschaft altert rasant
Deutschlands prozentrechner verändert sich rasant: Immer mehr Mediziner aus dem Ausland und wachsende Studierendenzahlen prägen die Branche. Neue Zahlen für 2024 zeigen einen deutlichen Anstieg an Ärztinnen und Ärzten mit ausländischer Ausbildung – bei einer gleichzeitig alternden heimischen Belegschaft und längeren Arbeitszeiten im Vergleich zu anderen Berufen.
Die Zahl der ausländischen Mediziner in Deutschland steigt seit einem Jahrzehnt kontinuierlich an. 2024 arbeiteten hierzulande 64.000 Ärztinnen und Ärzte mit im Ausland erworbenen Abschluss – das entspricht 13 Prozent des gesamten Ärzteberufs. 2014 waren es noch 30.000 oder lediglich 7 Prozent. Bis 2024 stieg die Gesamtzahl der zugewanderten Mediziner auf 121.000 an, was fast einem Viertel aller in Deutschland tätigen Ärzte entspricht.
Auch die Anerkennung ausländischer medizinischer Abschlüsse hat stark zugenommen. Allein 2024 erhielten rund 7.600 Qualifikationen in Human- und Zahnmedizin die volle Gleichwertigkeitsbescheinigung. Zwischen 2014 und 2023 erlangten weitere 12.500 ausländische Ärztinnen und Ärzte über das Anerkennungsverfahren die volle Approbation. Die Medizin ist damit nach der Pflege der zweit häufigste anerkannte ausländische berufsgruppe in Deutschland.
Gleichzeitig wächst die heimische ärzteschaft – doch sie wird immer älter. Im Wintersemester 2024/2025 begannen 15.900 Studierende ein Medizinstudium, ein Plus von 30 Prozent im Vergleich zu den letzten zehn Jahren. Dennoch ist mittlerweile fast ein Drittel der praktizierenden Ärztinnen und Ärzte 55 Jahre oder älter. Zudem arbeiten sie im Schnitt 40,3 Stunden pro Woche – etwa sechs Stunden mehr als der bundesweite Durchschnitt aller berufstätigen.
Die Daten unterstreichen Deutschlands zunehmende Abhängigkeit von im Ausland ausgebildeten Medizinerinnen und Medizinern, um versorgungslücken im Gesundheitssystem zu schließen. Angesichts einer alternden Belegschaft und steigender Studierendenzahlen bleibt der Wandel im Ärzteberuf ungebrochen. Die Entwicklungen deuten darauf hin, dass internationale Rekrutierung und die Anerkennung ausländischer Abschlüsse auch künftig zentrale Stellschrauben sein werden, um den Personalbedarf zu decken.
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