Harte Tarifverhandlungen für Hessens öffentlichen Dienst starten im Februar 2026

Tomislav Paffrath
Tomislav Paffrath
2 Min.
Ein Plakat mit zwei Personen vor Bergen und Bäumen, auf dem steht: "Was unser Freihandel bedeutet - Britischer Granit Arbeiter - Die faire Lohnklausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."Tomislav Paffrath

Lohnverhandlungen - Minister warnt vor überzogenen Forderungen - Harte Tarifverhandlungen für Hessens öffentlichen Dienst starten im Februar 2026

Tarifverhandlungen für 58.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst Hessens beginnen am 27. Februar 2026 in Wiesbaden

Die Lohnverhandlungen für rund 58.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst in Hessen starten am 27. Februar 2026 in der Landeshauptstadt. Betroffen sind Angestellte nach dem Tarifvertrag TV-H, darunter Beamte, Auszubildende, studentische Hilfskräfte sowie Gewerkschaftsmitglieder von ver.di, GEW und der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Bereits im Vorfeld der ersten Runde haben die Gewerkschaften zu einer Protestaktion vor dem Innenministerium aufgerufen.

Die Arbeitnehmervertreter fordern eine lineare Lohnerhöhung von sieben Prozent für alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Für Auszubildende soll es zusätzlich 200 Euro mehr pro Monat geben. Weitere Kernpunkte sind die Einführung eines Weihnachtsgelds in Höhe eines vollen Monatsgehalts sowie ein zusätzlicher Urlaubstag für gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter.

Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) bezeichnete die Forderungen als "überzogen" und kündigte harte Verhandlungen an. Er verwies auf den "extrem angespannten Haushalt" des Landes und argumentierte, dass jüngste Gehaltsanpassungen bereits die zwischenzeitlich stabilisierte Inflation ausgeglichen hätten. Die GdP widersprach dieser Einschätzung: Die Lebenshaltungskosten, Mieten und Energiepreise blieben auf hohem Niveau.

Zudem warnte die Polizeigewerkschaft vor Problemen bei der Nachwuchsgewinnung und Bindung von Kräften. Viele Beamte wechselten demnach in besser bezahlte Positionen in anderen Bundesländern oder Bundesbehörden. Nach der Auftaktrunde am 27. Februar sind weitere nicht öffentliche Verhandlungen für den 9.–10. März sowie den 26.–27. März 2026 geplant.

Die anstehenden Tarifgespräche werden über Löhne und Arbeitsbedingungen Zehntausender Beschäftigter im hessischen öffentlichen Dienst entscheiden. Während die Gewerkschaften mit klaren Forderungen in die Verhandlungen gehen, pocht die Landesregierung auf die Einhaltung der Haushaltsgrenzen. Das Ergebnis wird maßgeblich Gehälter, Sonderzahlungen und Arbeitsbedingungen in der gesamten Branche prägen.

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