Junge Frauen in Kostheim verändern ihre Stadt mit mutigem "Dark Walk"

Tomislav Paffrath
Tomislav Paffrath
2 Min.
Eine Stadtstraße mit Autos, Fußgängern, Gebäuden, Strommasten, Laternen, Bäumen und Schildern mit Text.Tomislav Paffrath

Junge Frauen in Kostheim verändern ihre Stadt mit mutigem "Dark Walk"

Eine Gruppe junger Frauen aus Kostheim hat ihre Sorgen um die Sicherheit in die Tat umgesetzt. Sie organisierten einen sogenannten "Dark Walk" mit dem Titel "Meine Stadt, meine Gefühle" und führten lokale Verantwortungsträger durch Gebiete, in denen schlechte Beleuchtung und verwirrende Wege bei ihnen Unbehagen auslösten. Die Initiative prägt nun, wie die Stadt die Verbesserung öffentlicher Räume plant.

Ihre Bemühungen haben bereits zu einer helleren Beleuchtung zwischen dem Hallenbad und der Sporthalle geführt. Das Projekt zeigt, wie gelebte Erfahrungen konkrete administrative Veränderungen anstoßen können.

Der Rundgang begann mit jungen Frauen aus dem Jugendpavillon Krautgärten und dem Kinder-, Jugend- und Stadtteilzentrum Reduit. Sie zeichneten eine Route durch Kastel und Kostheim nach und wiesen auf Stellen hin, an denen überwucherte Büsche, dunkle Beleuchtung und unklare Wege ein Gefühl der Unsicherheit erzeugten. Stadträtinnen, Stadträte und Beamte begleiteten sie, um sich selbst ein Bild von den Problemen zu machen.

Die ersten Veränderungen folgten schnell. In Abstimmung mit dem Sozialdezernat rüstete der kommunale Dienstleister mattiaqua die Beleuchtung zwischen dem Hallenbad und der Sporthalle auf. Der Bereich wirkt nun sicherer und einladender.

Dr. Patricia Becher, Leiterin des Sozialdezernats, betonte den Wert der Erfahrungen junger Frauen. Ihre Perspektiven helfen, gezielt dort Handlungsbedarf zu erkennen, wo Anpassungen am dringendsten sind. Weitere im Rahmen des Rundgangs markierte Orte werden derzeit von den Fachämtern der Stadt auf mögliche Verbesserungen geprüft.

Über die technische Aufrüstung hinaus zeigt das Projekt, wie bessere Beleuchtung Vertrauen und ein Gefühl von Präsenz stärkt. Gleichzeitig ermächtigt es junge Menschen, ihre Umgebung aktiv mitzugestalten. Der Ansatz Kostheims wird zum Vorbild für geschlechtersensible Stadtplanung – ein Beweis dafür, dass kleine Veränderungen große Wirkung entfalten können.

Der "Dark Walk" hat bereits erste Ergebnisse geliefert: In einem zentralen Bereich wurde die Beleuchtung verbessert. Die Fachämter der Stadt prüfen weiterhin weitere Standorte, die von den jungen Frauen identifiziert wurden. Indem die Initiative persönliche Erfahrungen in praktische Lösungen umwandelt, setzt sie ein Beispiel dafür, wie Gemeinden gemeinsam sicherere und inklusivere öffentliche Räume schaffen können.

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