Hessischer Staatsgerichtshof kämpft 2025 mit Rekordzahl an neuen Verfahren
Zwei AfD-Abgeordnete klagen gegen Geldbu├čen nach st├╝rmischen Sitzungen - Hessischer Staatsgerichtshof kämpft 2025 mit Rekordzahl an neuen Verfahren
Hessischer Staatsgerichtshof verzeichnet 2025 deutlichen Anstieg der Verfahren
Die Arbeitsbelastung des Hessischen Staatsgerichtshofs ist im Jahr 2025 stark gestiegen. Die Zahl der neu eingereichten Fälle kletterte um über 50 Prozent – von 36 im Vorjahr auf nunmehr 55. Gerichtspräsident Wilhelm Wolf führte den Anstieg auf ein gestiegenes Bewusstsein für die Rolle des Gerichts bei der Schlichtung von Streitfällen zurück.
Zwei der derzeit laufenden Verfahren betreffen disziplinarische Maßnahmen gegen Abgeordnete des Landtages. Die AfD-Politiker Johannes Marxen und Frank Grobe wehren sich gegen Bußgelder in Höhe von jeweils 750 Euro, die von ihren monatlichen Bezügen einbehalten wurden. Marxen hatte während einer Rede des jüdischen Publizisten Michel Friedman eine weiße Substanz demonstrativ auf seine Nase aufgetragen und dafür einen offiziellen Verweis erhalten. Grobe war wegen der Aussage bestraft worden, Abgeordnete anderer Fraktionen hätten "Blut an den Händen", wenn es um die Abschiebung von Ausländern gehe.
Neben den Disziplinarfällen wird das Gericht am 15. April 2026 über eine weitere Beschwerde verhandeln. Die Klage des Volksbegehrens Verkehrswende zielt auf den Ausbau von Radwegen, Buslinien und Schienenverbindungen ab.
Auch die Zahl der abgeschlossenen Verfahren stieg 2025 deutlich an: Die Urteile erhöhten sich um etwa 40 Prozent – von 33 im Jahr 2024 auf 47 im vergangenen Jahr. Unklar bleibt jedoch, wie viele der 55 Neuanmeldungen Politiker oder Parteien direkt betreffen.
Der Anstieg der Fälle spiegelt die wachsende Bedeutung des Gerichts wider. Mit Disziplinarstreitigkeiten und öffentlichen Kampagnen auf der Tagesordnung bearbeitet der Hessische Staatsgerichtshof ein immer breiteres Spektrum an Rechtsfragen. Die Ergebnisse dieser Verfahren werden künftig das parlamentarische Verhalten und politische Entscheidungen prägen.
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