Hanau gedenkt der Opfer rechtsextremer Gewalt – und fordert Aufklärung

Sofia Reising
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Eine Gruppe von Menschen hält Schilder und Plakate vor einem Gebäude, während zwei Personen im Vordergrund sitzen und ein Müllcontainer rechts daneben steht, während einer Demonstration in Deutschland.Sofia Reising

Hanau gedenkt der Opfer rechtsextremer Gewalt – und fordert Aufklärung

Gedenkveranstaltung in Hanau für die Opfer des rechtsextremen Anschlags von 2020

In Hanau findet eine Gedenkveranstaltung für die neun Opfer des rechtsextremen Anschlags vom 19. Februar 2020 statt. Unter dem Motto "Hanau – Kein Einzelfall" erinnert die Zeremonie auch an alle Menschen, die seit 1945 in Hessen durch rechtsextreme Gewalt getötet wurden. Mindestens 21 Menschen kamen bei solchen Angriffen im Laufe der Jahrzehnte im Land ums Leben.

Die Kundgebung beginnt um 18:00 Uhr mit einer Eröffnungsrede von Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende. Anschließend wird Sascha Schmidt zu den Anwesenden sprechen und dabei besonders der Opfer rechtsextremer Gewalt in Hessen gedenken. Unter ihnen ist auch Ibrahim Akkus, der das Attentat von Hanau 2020 zwar überlebte, im Januar jedoch an den Spätfolgen seiner Verletzungen starb.

Die Veranstaltung fordert die offizielle Anerkennung aller Opfer, darunter sieben, deren Todesfälle von den Behörden bisher nicht als rechtsextrem motiviert eingestuft wurden. Zudem werden Antworten auf offene Fragen verlangt – etwa warum die Polizeinotrufleitung während des Anschlags versagte und warum ein Notausgang verschlossen war.

Parallel dazu wird im Hessischen Landtag in Wiesbaden eine schweigende Gedenkminute abgehalten. Die Initiative "Omas gegen Rechts Wiesbaden" unterstützt die Forderung nach einer gründlicheren Aufklärung des Hanau-Anschlags. Die Organisatoren setzen sich außerdem für wirksamere Schutzmaßnahmen gegen Diskriminierung in allen gesellschaftlichen Bereichen ein.

Bundesweit hat rechtsextreme Gewalt seit 1945 mindestens 479 Menschen das Leben gekostet, wie eine Installation des Thalia Theaters dokumentiert. Davon konnten 414 Opfer namentlich identifiziert werden, 65 bleiben unbekannt. Anschläge wie der in Hanau sowie die früheren Massaker in Mölln und Solingen zeigen, wie fortbestehend die Gefahr durch rechtsextreme Gewalt ist.

Die Gedenkveranstaltung ist zugleich eine Hommage an die Verstorbenen und eine Mahnung zur Verantwortung. Sie unterstreicht die Notwendigkeit, alle Opfer offiziell anzuerkennen und konsequenter gegen künftige Angriffe vorzugehen. Zudem wird eine lückenlose Aufklärung der Versäumnisse im Zusammenhang mit dem Hanau-Attentat gefordert.

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