Mathildenhöhe: Baumrodungen beendet – Bau des umstrittenen Besucherzentrums beginnt

Tomislav Paffrath
Tomislav Paffrath
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Eine Gruppe von Menschen auf einem Balkon mit Fahnen und Transparenten, mit einem Baum links und Rauch in der Luft, was auf eine Demonstration hindeutet.Tomislav Paffrath

Bauarbeiten für Informationszentrum auf der Mathildenhöhe können beginnen - Mathildenhöhe: Baumrodungen beendet – Bau des umstrittenen Besucherzentrums beginnt

Abschluss der Baumrodungen auf dem UNESCO-Welterbe Mathildenhöhe in Darmstadt – Weg frei für neues Besucherzentrum

Die Rodungsarbeiten auf der Darmstadt Mathildenhöhe, die zum UNESCO-Welterbe gehört, sind abgeschlossen und ebnen den Weg für ein neues Besucherzentrum. Das Projekt sah sich jahrelang mit Widerstand konfrontiert, darunter Proteste, internationale Kritik und juristische Klagen. Nun sollen die Bauarbeiten nächste Woche beginnen, nachdem die letzten Aktivisten vom Gelände gebracht wurden.

Die Pläne für das Besucherzentrum reichen bis ins Jahr 2016 zurück – lange bevor die Mathildenhöhe in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurde. Darmstadt Oberbürgermeister Hanno Benz (SPD) bestätigte, dass die Entscheidung bereits vor Jahren gefallen sei, trotz späterer Einwände.

Die Proteste gegen die Baumfällungen verliefen größtenteils friedlich, doch die Stimmung eskalierte, als auf dem Gelände ein mit Nägeln gefüllter Propangastank entdeckt wurde. Die Polizei räumte das Areal, bevor die Rodungen begannen. Der Fund des gefährlichen Gegenstands markierte einen Wendepunkt im Umgang der Behörden mit den Demonstrationen.

Der internationale Druck wuchs, nachdem die Proteste 2023 begannen. UNESCO-Experten kritisierten das Projekt im Oktober desselben Jahres scharf, und ICOMOS forderte einen Baustopp. Architekturbünde weltweit unterzeichneten Petitionen gegen den Bau. Anfang 2026 verhängte die Landesregierung von Baden-Württemberg schließlich ein vorläufiges Moratorium – unter dem Druck der EU-Kommission und von Denkmalschutzorganisationen. Diese Aussetzung ist nun aufgehoben, sodass die Vorbereitungen wiederaufgenommen werden konnten.

Das Besucherzentrum soll ein zentraler Bestandteil des kulturellen Erbes der Mathildenhöhe werden. Es wird Besucherdienste bündeln, als Informationsdrehscheibe dienen und Bildungsangebote für Touristen bereitstellen.

Mit dem Abschluss der Rodungen und der Räumung der Aktivisten können die Bauarbeiten für das Besucherzentrum wie geplant starten. Das Projekt geht trotz jahrelanger Rechtsstreitigkeiten, Proteste und globaler Kritik voran. Das Zentrum soll künftig eine Schlüsselrolle bei der Steuerung des Tourismus auf dem Welterbe-Gelände einnehmen.

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