Till Lindemanns Buchpräsentation eskaliert: Proteste, Verlegung und begeisterte Fans

Sofia Reising
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Ein Konzertplakat mit Text, der ein Ereignis in München, Deutschland, ankündigt.Sofia Reising

Till Lindemanns Buchpräsentation eskaliert: Proteste, Verlegung und begeisterte Fans

Eine geplante Buchpräsentation von Till Lindemann im Berliner Astra Kulturhaus löste diese Woche heftige Proteste aus. Aktivisten der Kampagne "Keine Bühne für Täter" forderten die Absage der Veranstaltung wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung und verlangten sogar eine schwarze Liste für beschuldigte Künstler. Nach wachsender Empörung im Netz wurde die Lesung schließlich in den Rammstein-Shop verlegt – doch die Fans strömten dennoch in Scharen, um den Musiker und Joey Kelly zu treffen.

Der Streit entbrannte, als Aktivisten öffentlich gegen Lindemanns Auftritt im Astra Kulturhaus auf dem RAW-Gelände protestierten. Sie argumentierten, dass Veranstaltungsorte Künstler mit schweren Vorwürfen nicht auftreten lassen sollten – obwohl die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen ihn eingestellt hatte. Währenddessen bezeichnete die 17-jährige Emma, die ihr Taschengeld für Lindemanns Fotoband gespart hatte, die kurze Begegnung mit ihm als "unglaublich cool". Ihre Mutter hingegen räumte ein, dass der ursprüngliche Veranstaltungsort "keine gute Idee" gewesen sei und hielt den Inhalt des Buches für "nicht jugendfrei".

Nach eskalierenden Protesten wurde die Veranstaltung kurzfristig in den Rammstein-Shop in Wilhelmsruh verlegt. Vor Ort gab es keine Demonstranten, doch Fans standen über fünf Stunden Schlange, manche hatten sogar übernachtet. Viele wischten die Vorwürfe beiseite mit dem Argument, nichts sei bewiesen. Nach dem Treffen mit Lindemann und Kelly kauften die Besucher begeistert Rammstein-Merchandise – ein klares Zeichen der Unterstützung trotz der Kontroverse.

Die Verlegung der Buchsignierstunde entschärfte zwar die akuten Proteste, doch die Debatte darüber, ob Kulturstätten beschuldigten Künstlern eine Plattform bieten sollten, bleibt ungelöst. Während die Fans begeistert waren, prallten ihre Haltung und die Forderungen der Aktivisten unversöhnlich aufeinander – ein Spiegel der tiefen Gräben bei der Frage nach Verantwortung in der Kunstszene. Die Veranstaltung verlief schließlich ohne Zwischenfälle, doch die Rufe nach Boykotten und schwarzen Listen halten an.

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