Röhm in Hanau kämpft um die Zukunft der europäischen Chemieindustrie

Alan Junk
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Ein Plakat eines Wohnzimmers mit Möbeln wie einem Sofa, Stühlen, Tischen und einem Fahrrad, mit der Aufschrift "Petrochemische Produkte im Alltag".Alan Junk

Röhm in Hanau kämpft um die Zukunft der europäischen Chemieindustrie

Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Andreas Kunz, Geschäftsführer der Hanau Marketing GmbH, haben kürzlich das Werk der Röhm GmbH im Wolfgang-Industriepark besichtigt. Der Besuch unterstrich die zentrale Rolle des Unternehmens in der Methacrylat-Chemie sowie die Herausforderungen, vor denen die deutsche Chemieindustrie steht.

Röhm betreibt eines der weltweit führenden Produktionsnetzwerke für Methacrylate mit acht Standorten und drei Innovationszentren. Allein im Hanauer Werk werden rund 60 Reaktivharzprodukte hergestellt, die unter anderem für Straßenmarkierungen, Industrieböden und Sicherheitsbeschichtungen eingesetzt werden. Die Anlage beschäftigt 44 Mitarbeiter in drei Schichten und beliefert sowohl regionale als auch europäische Märkte.

Im Mittelpunkt der Gespräche standen drängende Probleme der deutschen Industrie: stark gestiegene Energie- und Rohstoffkosten, hohe CO₂-Zertifikatekosten sowie bürokratische Hürden bei Investitionen und Forschung. Seit 2019 ist Röhm der letzte große europäische Hersteller von Methylmethacrylat, nachdem Wettbewerber wie Trinseo und Arkema den Markt verlassen haben. Bis 2023 liefen die Werke in Worms und Tarragona auf Hochtouren, um die inländische Nachfrage zu decken – bei gleichzeitig wachsenden Importen aus Asien.

Kerstin Oberhaus, Standortleiterin des Wolfgang-Industrieparks, betonte die strategische Bedeutung des Standortes und kündigte weitere Expansionspläne an. Andreas Kunz forderte verbesserte Wachstumsbedingungen, um Unternehmen wie Röhm in Hanau zu stärken. Oberbürgermeister Kaminsky lobte die technologische Führerschaft des Unternehmens und dessen langjährige Verbundenheit mit der Region.

Mit einem weltweiten Umsatz von rund 1,7 Milliarden Euro im Jahr 2024 und 2.750 Mitarbeitern – davon über 2.000 in Europa – bleibt Röhm ein tragender Pfeiler der chemischen Industrie.

Der Besuch machte deutlich, wie wichtig Röhm als Lieferant kritischer Rohstoffe ist und welche Anstrengungen das Unternehmen unternimmt, um wirtschaftliche Belastungen zu bewältigen. Die kontinuierlichen Investitionen in Hanau zeigen das Engagement, Produktion und Innovation in Europa zu halten. Lokale Verantwortliche bekräftigten ihre Unterstützung für die Stärkung der industriellen Basis in der Region.

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