Europas Superbörse bleibt Traum – warum Deutsche Bank und Euronext getrennte Wege gehen
Europas Superbörse bleibt Traum – warum Deutsche Bank und Euronext getrennte Wege gehen
Die Diskussionen über die Schaffung einer europäischen "Superbörse" sind wieder aufgeflammt, doch eine Fusion zwischen der Deutschen Bahn und Euronext steht derzeit nicht zur Debatte. Euronext-Chef Stéphane Boujnah bestätigte kürzlich, dass es trotz anhaltender Debatten über die Stärkung der europäischen Finanzmärkte keine Gespräche in dieser Richtung gebe.
In den vergangenen fünf Jahren haben die Bemühungen, ein paneuropäisches Börsenbündnis zu bilden, kaum Fortschritte gemacht. EU-Regularien wie MiFID II sowie Initiativen von Euronext und der Deutschen Bank führten zwar zu kleineren Zusammenschlüssen – etwa der Übernahme der Borsa Italiana durch Euronext –, doch diese Schritte verringerten die Zersplitterung der Märkte nur geringfügig. Im Vergleich zu globalen Konkurrenten wie der NASDAQ oder der NYSE bleiben die europäischen Plattformen damit schwächer aufgestellt.
Boujnah betonte, die Deutsche Bank wolle ihre Unabhängigkeit wahren, und Euronext stehe nicht zum Verkauf. Frühere Versuche, die beiden Börsen zu fusionieren, seien gescheitert, fügte er hinzu. Stattdessen plädierte er für eine engere Zusammenarbeit zwischen europäischen Unternehmen aus verschiedenen Branchen, um gemeinsame Projekte voranzutreiben.
Der Vorstandsvorsitzende räumte zudem ein, dass er sich noch nicht mit Bundeskanzler Friedrich Merz über die Idee einer einheitlichen europäischen Börse ausgetauscht habe. Die globalen Wettbewerber dominieren weiterhin – begünstigt durch höhere Liquidität und fortschrittliche Technologien wie die Hochgeschwindigkeits-Handelsplattform der NASDAQ.
Eine vollständige Fusion von Deutscher Bank und Euronext bleibt vorerst unwahrscheinlich. Boujnah setzt stattdessen auf branchenübergreifende Partnerschaften statt auf Konsolidierung. Die Herausforderung, mit den US-Börsen mitzuhalten, besteht weiter – ohne dass sich kurzfristig eine Lösung abzeichnet.
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